In diesem Video präsentieren wir ein wunderschönes Duett für Violine und Gitarre. Der brasilianische Komponist Heitor Villa-Lobos verbindet in seinem Werk die Eleganz klassischer Musik mit den lebendigen Rhythmen Brasiliens. Unser Duo zeigt, wie Musik Freude, Ausdruck und Emotionen auf besondere Weise zusammenbringt. Wir laden alle Musikbegeisterten herzlich ein, bei uns in der Musikschule zu lernen und ihre eigenen musikalischen Träume zu verwirklichen. Viel Spaß beim Zuhören!
Musikakademie Trier
Anleitung für Eltern – Richtig üben lernen
In diesem Beitrag möchten wir ein Thema ansprechen, das sicherlich die meisten Eltern musizierender Kinder beschäftigt: „Mein Kind will nicht üben!“ Was soll man tun? Wie soll man sich verhalten? Muss überhaupt regelmäßig geübt werden, oder genügt es, ein wenig Spaß beim Musizieren zu haben?
Wie wir alle wissen, kommt der Spaß am Musizieren erst, wenn man sein Musikinstrument beherrscht. Und dafür muss man regelmäßig üben!
Viele Kinder üben gern und freiwillig, manche leiden phasenweise unter Unlust, und wieder anderen fällt es wirklich schwer. Der Stress beim Üben hängt dabei nicht von der Begabung ab, sondern von der Persönlichkeit des Kindes und den Anforderungen, die es an sich selbst stellt. Das eine Kind ist geduldig und lässt sich nicht entmutigen, ein anderes gibt schnell auf, wenn sich nicht sofort das gewünschte Ergebnis einstellt. Manche Kinder üben methodisch, andere intuitiv. Es gibt Kinder, denen alles leicht fällt, und solche, die sich selbst kleine Erfolge hart erkämpfen müssen.
Häufiges Wiederholen des Stückes
Gezielte Klangsuche
Analysieren und Beheben technischer Probleme
Nach unserer Erfahrung finden Kinder aber immer gute Ausreden, nicht zu üben. Die drei häufigsten:
Keine Zeit
Keine Lust
Keine Ahnung
„Wir hatten leider keine Zeit zum Üben!“ Mit diesem lapidaren Kommentar begründen viele Kinder ihr Versäumnis. Ältere Schüler geben manchmal eine genauere Begründung: „Ich konnte nicht richtig üben, weil wir ein organisatorisches Problem hatten.“
Bei kleinen Kindern müssen die Eltern darauf achten, dass eine feste Routine eingehalten wird. Am besten setzen Sie sich zu einer festgesetzten Zeit (z. B. vor dem Abendessen) gemeinsam an das Instrument und beaufsichtigen das Üben. Je älter die Kinder werden, desto mehr Eigenverantwortung übernehmen sie für die Einteilung ihres Tagesablaufs. Dann genügt es meist, mit Nachdruck an das Üben zu erinnern. Die Regel „Es wird geübt – täglich!“ bleibt bestehen.
Manchen Kindern hilft eine Uhr: „Du musst jetzt genau 20 Minuten üben!“
Ebenso wichtig sind Pausenzeiten: ein freier Tag pro Woche oder etwas weniger Üben in den Ferien.
Bei allem Nachdruck: Überfordern Sie Ihr Kind nicht. Ist es krank oder stark gefordert (z. B. in der Schule), passen Sie das Pensum an. Im Mittelpunkt sollte immer die Freude am Musizieren stehen. Das Üben darf nicht als Zwang empfunden werden.
Unlust ist oft eine Frage der Erziehung. Kinder nutzen das Thema Üben, um Grenzen auszutesten: „Wie ernst meint Mama es mit ihren Anweisungen?“
Viele Eltern kleiner Kinder sind verunsichert, wenn es zu Hause Auseinandersetzungen gibt. Geben Sie Ihrem Gefühl nicht nach – Kinder testen nur ihre Grenzen. Wenn ein Kind zehn bis zwanzig Minuten üben soll, ist es nicht überfordert. Setzen Sie ruhig, freundlich, aber bestimmt Ihre Anweisungen durch.
Manche Kinder verweigern das Üben, weil sie sich den Aufgaben nicht gewachsen fühlen. Oft liegt das Problem bei der richtigen Strategie: Kinder spielen ein Stück oft durch, stolpern aber immer wieder über die gleichen Stellen. Dann wird hektisch von vorn begonnen, das Problem bleibt bestehen.
Hier sollten Sie darauf bestehen, dass das Kind langsam übt, schwierige Stellen gezielt bearbeitet und den Anweisungen des Lehrers folgt.
Beliebte Ausreden wie „Ich kann die Noten nicht lesen“ sind meist unbegründet. Dennoch sollten Sie den Lehrer informieren, falls Schwierigkeiten bestehen. Achten Sie darauf, dass das Kind auch die gestellten Aufgaben übt, nicht nur Stücke, die es bereits beherrscht.
Lassen Sie sich nicht von Ausreden wie „Keine Lust, keine Zeit, keine Ahnung“ verunsichern.
Manchmal kann es sinnvoll sein, das Kind kurz beim Üben allein zu lassen – dies sollte jedoch mit dem Lehrer abgestimmt sein.
Unterstützen Sie die Haltung des Lehrers, dass ein Schüler gut vorbereitet zur Stunde erscheinen sollte.
Zeigen Sie Interesse am Musizieren Ihres Kindes, hören Sie ab und zu zu und besuchen Sie Konzerte.
Machen Sie das Vorspielen Ihres Kindes zu einem besonderen Erlebnis.
Vereinbaren Sie klare Regeln für das Üben: Wann, wie lange und was geübt wird, sollte in Abstimmung mit dem Lehrer festgelegt werden.
Das Üben fördert nicht nur die Beherrschung des Instruments, sondern auch wichtige Eigenschaften wie Ausdauer, Geduld, Selbstdisziplin, Neugier, Ehrgeiz und Teamgeist.
Oft musizieren Kinder leidenschaftlich gern, möchten aber geistige Anstrengungen vermeiden. Das Instrument kann dann zum „Schlachtfeld“ werden. Zum Glück kann man das Üben lernen:
5-jährige Kinder: täglich 10–15 Minuten
6-jährige Kinder: täglich 20–30 Minuten
7-jährige Kinder: mindestens 30 Minuten täglich
Anfangs besteht das Üben aus Wiederholungen dessen, was im Unterricht gelernt wurde. Mit der Zeit lernen Kinder, selbständig schwierige Stellen zu bearbeiten und ihr Üben zu strukturieren.
Üben ist wichtig, damit Musik Spaß macht. Signalisieren Sie Ihrem Kind: Es muss geübt werden.
Lehrer und Eltern sollten sich über das Pensum einigen und gemeinsam durchsetzen, dass es eingehalten wird.
Üben sollte in den Tagesablauf eingebaut werden wie Zähneputzen.
Die Übezeit sollte das Kind nicht überfordern. 10–15 Minuten täglich reichen am Anfang.
Üben sollte kein stumpfer Zwang sein – freie Tage sind wichtig.
Bei Krankheit oder schulischer Überforderung sollte das Pensum angepasst werden.
Begleiten Sie Ihr Kind ab und zu im Unterricht und besprechen Sie mit dem Lehrer, wie Sie zu Hause unterstützen können.
Kontrollieren Sie das Hausaufgabenheft: Übt Ihr Kind, was vorgegeben ist?
Lassen Sie sich nicht von Ausreden aus der Ruhe bringen.
Zeigen Sie Interesse am Musizieren Ihres Kindes. Wertschätzen Sie seine Anstrengungen, besuchen Sie Konzerte und hören Sie ab und zu beim Üben zu.
Die Musikakademie in Trier wünscht Ihnen und Ihren Kindern viel Freude beim Musizieren!
Trier, den 11.07.2021